So einzigartig wie deine Geschichte

Deine Geschichte ist einzigartig und sie liegt dir am Herzen. Und genau das sollen die LeserInnen auch wissen..
Deine potentiellen Leserschaft hat heutzutage meist online den ersten Kontakt mit deinem Werk. Vorankündigung, Vorschau, fb- und Insta-Posts, etc. Das bedeutet, das Erste, das deine LeserInnen zusehen bekommen, ist das digitale Cover. Und zwar in Miniatur – und in Konkurrenz zu etlichen daneben aufgelisteten Büchern. Ein harter Kampf um das Interesse der Leser.

Geschmäcker sind verschieden und jeder reagiert anders auf Designs. Manche lieben puristische Schlichtheit, andere detailreiche Ausschmückung. Doch die Standards müssen in jedem Fall stimmen.

Was muss das Cover transportieren?
Allen voran den Namen der/s AutorIn und den Titel des Buches. Klar.

Optional fügst du Unter- oder Serientitel hinzu, gegebenenfalls ein Verlagslogo/-zeichen, falls du z.B. im Selbstverlag veröffentlichst.
Ebenfalls optional: die obligatorische Lobhudelei – Testimonials und Kommentare von Lesern, Redakteuren, anderen Autoren etc.

Und das Motiv:

  • Es sollte die Emotionen widerspiegeln, die der Leser von der Geschichte erwarten kann, bzw. die du als Autor beabsichtigst. Ein Schlüsselreiz zum Kaufentscheid.
  • Es wird zum sogenannten Key Visual für deine Story – ein einprägsames zentrales Motiv, das im Werbematerial weiter wirkt.
  • Eine Zielgruppenansprache, zugeschnitten auf deinen idealen Leser.
  • Die Identifikation mit dem Genre. LeserInnen haben eine bestimmte Erwartungshaltung, was die Übereinstimmung von Cover und Inhalt angeht. (Die ungeschriebene Regeln für die Bildsprache der verschiedenen Genres).
    Ein Beispiel: Ein zuckersüßes Cover für einen brutalen Mord beispielsweise wirkt enttäuschend in beide Richtungen. Krimi-LeserInnen fühlen sich davon nicht angesprochen und kaufen es nicht. Romance-LeserInnen erwarten kein blutiges Gesplatter und sind erschrocken, entsetzt und letztlich vergrault.
Schwerpunkte setzen

In Briefmarkengröße sind Feinheiten nicht erkennbar. Hier müssen die Emotionen bedient werden, die viel beschriebenen „Knöpfe gedrückt“ werden.
Und da eine Briefmarke nicht viel Platz bietet, empfiehlt es sich, eines der drei Identifikationsmerkmale (Name, Titel, Motiv) hervorzuheben. Aber welches?

  • Bist du als AutorIn über deine Werke bereits bekannt ist, ziehst du die Leserschaft über deinen Namen. (Oder du möchtest genau das erreichen. )
  • Du hast einen klingenden Titel für Dein Werk, der neugierig macht, anrührt, Gewicht hat etc. Dann stelle diesen in den Vordergrund. (Es gibt durchaus überzeugende Cover, auf denen zugunsten des Titels sogar komplett auf ein Motiv verzichtet wurde.)
    Auch hier kann man sagen: in der Kürze liegt die Kraft. Ein vierzeiliger Titel ist auf der Briefmarke längst nicht so prominent wie ein oder zwei Wörter.
  • Du möchtest die Gefühle deiner LeserInnen anregen oder Stimmung erzeugen. Dann sollte das Motiv im Vordergrund stehen. Und zwar so, dass es eine gewisse Spannung entsteht, und dabei nicht zu viel, nicht zu wenig verraten wird.
Weitere Möglichkeiten
  • Dein Werk gehört zu einer Serie. Sowohl Titel wie auch Optik sollten dann an die Serienvorgänger anknüpfen. Hierzu gehören z.B. auch Symbole oder andere Elemente.
  • Du schreibst in einem bestimmten Genre und möchtest dich darüber etablieren. Dann wird das von entsprechender Symbolik des Genres transportiert.
  • Du möchtest, dass deine Werke durch einen einheitlichen Style wiedererkennbar werden, deinen Signature Style.
    D.h. auf den Buchtiteln deiner Werke bleiben beispielsweise Schriftart und Grafikstil gleich, auch wenn die Motive und Stimmungen sich ändern.
Wünsch dir nicht die eierlegende Wollmilchsau.

Es können nicht Name und Titel und Motiv im Vordergrund stehen. Es ist sinnvoll, einen Schwerpunkt zu legen, damit die LeserInnen sich darauf fokussieren kann.

Das heißt aber nicht, dass es keine Feinheiten oder Details geben darf. Im Gegensatz zum Ebook-Cover, das selten lange und genau betrachtet wird, bekommt das Cover einer Printausgabe wesentlich mehr Aufmerksamkeit – auf dem Tisch in der Buchhandlung wie auch noch zuhause nach dem Kauf. Das Print hat außerdem eine Rückseite, die zum Gesamtbild beitragen kann. Kleine Details, aufwändige Spielereien, subtile Botschaften, die den Inhalt mit dem Cover verbinden (aber auf der digitalen Briefmarke untergehen), tragen zu Nachhaltigkeit und Leserbindung bei.
Beim individuellen Cover-Design bestimmst du vorher, wie aufwändig und differenziert dein Buchtitel werden soll.